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Dorfansicht schmal

Feriendorf Gais-Uttenheim stellt sich vor...

Gais/Uttenheim 845m
Einwohner: 3.100
Gästebetten: 1.224
Postleitzahl: 39030

Wie durch ein mächtiges Schleusentor tritt man aus der Brunecker Weitung durch die Enge zwischen Schloß Kehlburg und Schloß Neuhaus bei Gais ins Tauferer Tal. Wie eigenwillig hat sich vor Jahrtausenden die letzte Eiszeit gebärdet und hat Landschaftsformen gebildet, die von majestätischem Ernst und herber Lieblichkeit zeugen! Gais, der Ort zu beiden Seiten der Ahr, war gewiß schon in der Urzeit besiedelt, was sich an der Gaisinger Pipe (955m) und am nahen Kehlburghügel (1188m)erahnen läßt.Der Name Gais ist aus der indogermanischen Wortwurzel * ghid ( Gisse, rinnen ) abgeleitet und bedeutet also Anschwemmungsland. Darauf weist augenfälligst der große Murkegel aus dem Bärental hin.
Schloß Neuhaus
Was haben doch die Bäche aus dem Bärental, Tesselberg und Mühlbach in vor- und frühgeschichtlicher Zeit in und um Gais alles angerichtet! Fährt oder wandert man durch das Haupttal nordwärts in Richtung Taufers, werden die Augen hochgerissen von den weit her leuchtenden Firnen ( sog. Keesen ) und den von bewaldeten Talhängen heruntergrüßenden "schwebenden Erkern", den Bergbauernhöfen, wo oft nur Stall und Stadel, Küche, Stube und Kammer die einzigen Ebenen sind. Damit man in solcher "Schiefe" stehen kann, muß man wohl schwindelfrei aufgewachsen sein. Die etwas gebückte Haltung und die gebauchten Beine der Bergler stammen von der harten Arbeit in Sonnen- wie in Wolkennähe.

Die Gemeinde Gais umfaßt die Ortschaften Tesselberg ( Berg des Tassilo, bayr. Herzog ), Mühlbach und Uttenheim (Ansitz des Uoto, bayr.).Ab Bruneck 5 km, nach Uttenheim 3,5 km.Die Urpfarre Gais untersteht heute zusammen mit der vereinigten Pfarre Mühlbach-Tesselberg und mit Uttenheim dem Dekanat Taufers. Gute Autobusverbindung (jede halbe Stunde!) zwischen Bruneck und Taufers. Landwirtschaft, Handwerk, Handel, holzverarbeitende Industrie, Baumaterialien und Fremdenverkehr haben Gais so anwachsen lassen, daß der alte Dorfkern kaum mehr erkennbar ist.

Das Juwel des Großdorfes ist die Pfarrkirche im romanischen Baustil aus dem Ende des 12. Jahrhunderts
Bacherhaus
Auffallend die drei markanten Rundapsiden. Turm und Langhaus wurden in spätgotischer Zeit erhöht. Das Gewölbe ist späterer Barockisierung zum Opfer gefallen.1906 bis1911 in neuromanischem Stil renoviert. Beeindruckend ist das dichtgefügte Mauerwerk. Weiters sehenswert ist das Pflegerhaus (darin die Bachersche Bildhauerwerkstatt) im rechtsufrigen Teil des Ortes neben dem Gasthof "Burgfrieden" an der Auffahrt zur Burg Neuhaus mit der stattlichen Kapelle. Hier hauste im Jahre 1425 der geniale Wildling Oswald von Wolkenstein, der letzte Minnesänger, als Pfleger. Und hierher flüchtete während des Zweiten Weltkrieges der berühmte amerikanische Dichter Ezra Pound und seine Familie; und hier in Gais liegt seine Mutter Isabell Westen Pound begraben.

Früher gab es in Neuhaus ein vielbesuchtes Heilbadl gegen Magenleiden und Geschwüre. Oberhalb der Burg in der Nähe der aufgelassenen Magdalenenkapelle war eine Einsiedelei. Die Chronik von Gais vermeldet sechs Eremiten (Klausner), die zwischen1611 und 1718 nacheinander darin gehaust haben. Gegenüberliegend, etwas südlicher, thront in 1188 m Höhe die heutige Ruine der Kehlburg, die den Waldrücken krönt: ein uralter Platz, vermutlich das Landgut Chela, das Bischof Albuin um das Jahr 1000 von dem Edling Luito gekauft hat. Die Burg wurde später von den Brixner Bischöfen an verschiedene Geschlechter verliehen, so um 1545 an die Herren von Rost, die sich verpflichten mussten, die verfallene Burg wiederherzustellen. Aber die Burg hat die Launen der stürmischen Zeit arg zu spüren bekommen. Der heutige Baubestand geht auf den bedeutenden Umbau des Jahres 1891 zurück. Der Weihbischof von Kaschau (Ungarn) S. Bubics hatte die Burg von den Rost erworben, mußte sie aber bald wieder veräußern, weil er sich finanziell mächtig übernommen hatte. 1944 brannte die Kehlburg ab.
Pfarrkirche Gais
Von der Kehlburg gelangt man durch das Bärental zum Weiler Tesselberg (1485). Heute führt eine Autostraße hin. Die Häuschen kuscheln sich um die traute, kleine Pfarrkirche herum, die heute von Mühlbach aus versorgt wird. Der 1441 geweihte gotische Bau ist barock eingerichtet.

Der Ort ist eine Fraktion von Gais und hat eine Schule und ein Gasthaus. Eine Augenweide sind die Paarhöfe mit den Walmdächern. Vom Aufstieg zum Schönbichl (2450m) über die Tesselberger Alm soll man sich nicht abschrecken lassen; dabei dürfte man der sinnigen Sage nach den Tesselberger Männlein begegnen, die voreinst dort oben den Bergbau betrieben haben. Durch Stollenlöcher sollen diese triefäugigen Heinzel mit dem Untersberg in Salzburg verbunden sein; und Kaiser Rotbart (der legendäre Barbarossa) soll hier vorbeikommen, wenn er wieder mit seinen Mannen nach dem Süden zieht, um sein Reich aufzurichten.

Fast ebenhin nördlich gelangt man ins kleinste, entlegenste und steilste aller Tauferer Seitentäler: Mühlbach (1462). Weitgestreut um ein kleines Gotteshaus, stemmen sich die Höfe gegen den Hang. Sinnigerweise ist das Kirchlein den 14 Nothelfern geweiht (1517). Früher wallfahrtete man aus Taufers und aus dem Ahrntale herauf oder besuchte das einst berühmte Mühlbacher Badl, das höchstgelegene (ca. 1700 m) im Pustertaler Raume. Vor wenigen Jahren wurde das Badl mit Kapelle von Grund auf renoveriert und ist zu einem beliebten Ausflugs-bzw. Wanderziel für die ganze Familie geworden. Informationen erhalten Sie unter der Nummer 0474/505100.
Dorf Uttenheim
Das nächste ist die Bodenfraktion Uttenheim, urkundlich im Jahre 970 in einem Freisinger Tauschbrief bezeugt. Um 1100 werden die Edlen von Uttenheim genannt. Sie bauten auf dem wilden Felsen über dem Ort ihre Burg, scheinen aber ein Menschenalter später bereits als Ministerialen (Dienstherren) der Edlen von Taufers auf.

Wie kompliziert, ja verquer standen sich oft mittelalterliche Besitzverhältnisse gegenüber: durch Uttenheim ist die Grenze Taufers (Tirol) und Uttenheim-Neuhaus (Görz) gegangen. Dazu kamen verzwickte Zollschikanen.

Von den Naturkatastrophen weiß die Ortschronik zu berichten: in den Jahren 1338-1341 und im Jahr 1479 wurde der Himmel über dem Tal und besonders Uttenheim finster vor Heuschrecken, die den Boden kahlfraßen. In der Zeit zwischen 1789 und 1808 sind in dem damals kleinen Ort 60 Kinder an den Blattern gestorben. Die sonst in Uttenheim bekannt zahme Ahr wurde zuweilen übermütig und ergoß sich über die Siedlung. Eine Windhose deckte im Jahre 1797 ganze 25 Häuser ab und entwurzelte halbe Waldhänge.

Majestätisch im Ort steht die Pfarrkirche da, der hl. Margareth geweiht, genau an der Stelle eines viel älteren Gotteshauses (erste Erwähnung 1175), das durch Blitzschlag abgebrannt war; 1774 als geschlossener Barockbau neu errichtet und von F. A. Zeiler mit Fresken geschmückt.
Der Kirchplatz, die Kirchenfassade mit den Flankenkapellen (rechts Kriegerdenkmal) und der stattliche Widum wirken vornehm, ungewöhnlich im ehemals reinen Bauerndorf; heute passend zu den vielen neuen oder reich renovierten Bauten: Gehöften, Gaststätten und Villen.

An die alte Feudalzeit erinnert der Ansitz Stock mit dem Wappen der Herren von Wenzel und der nachmaligen Freiherren von Sternbach zu Stock und Luttach. Sie Haben den Besitz um 1624 in die heutige Form gebracht und sind heute noch die Besitzer. Im Ehrenalbum des Ortes steht auch jener berühmte Meister von Uttenheim (Ende 15. Jh.), dessen Tafelbilder (Neustift, Museen von Wien und Innsbruck) erhalten sind.

Von Uttenheim steigt man hinauf zu den Berghöfen von Lanebach (1560 m), zu den vielleicht unwegsamsten im ganzen Lande. Wie man dort oben leibt, klebt und lebt, weiß am besten der Volksmund zu schildern: In Lanebach stirbt kein Bauer im Bett; den einen reißt die Lahn mit, den anderen erschlägt ein Baum, der dritte "haxt" ab, der vierte "verkugelt"...!

Luftig geht´s hinauf zur Burgruine. Es lebt dort oben noch ein "Schlößler", ein furchtloser Mann, der in den Ruinen nistet und die jähstrotzigen Felder bebaut. Ein alter Opferstock mit der Inschrift (ROST1569) erinnert an die Herren von Rost, die hier einmal das Pflegeamt innehatten. In furchterregender Hanglage über Lawinenkegel führt der Steig hoch über der Gehöftegruppe "Anewandt" (1250 m) hinauf bis zur überraschend weiten, ebenen Flur Wechseleben (1500 m). Der Weiterweg steigt sogar bis auf 1700 m an. Bei schlechtem Wetter stößt man an den Himmel. Zurück ins Tal!

Verschiedene Infos...

Arzt
Dr. Oberhofer Franz, Gemeindearzt
Tel. Amb. Gais: 0474 504400
Tel. Amb. Uttenheim: 0474 597297
In Gais:
MO 09:15 bis 12 Uhr und 16:30 bis 18 Uhr
DI + MI 09:15 bis 12 Uhr
DO 16:30 bis 18 Uhr
FR 09:15 bis 12 Uhr und 16:30 bis 18 Uhr
In Uttenheim:
DI 16 bis 18 Uhr
DO 10 bis 12 Uhr

Ausflugsfahrten
Nach Venedig, Große Dolomitenfahrt, Gardasee, Bozen mit Besichtigung des Mannes im Eis (Ötzi), Südtiroler Panoramafahrt, Kristallwelten Wattens, Alpenzoo, Oktoberfest, Herrenchiemsee, Neuschwanstein, Verona-Sirmione uvm. - von Juni bis Oktober.
Anmeldung und Informationen im Tourismusbüro Gais:
Tel. 0474 504220
www.oberhollenzer.com siehe Link-Liste

Banken
EC Bancomat
Raiffeisenkasse Gais:
MO-FR 08 bis 12:45 Uhr und 15:30 bis 16:30 Uhr
Tel. 0474 504142

Raiffeisenkasse Uttenheim:
MO-FR 09 bis 12:30 Uhr und 16 bis 16:30 Uhr
Tel. 0474 597109

Bergrettungsdienst
Tel. 0474 678514 - 0474 678074
Nationale Notrufnummer 118

Bibliotheken
Gais Rathausplatz
DI 09:00 - 12:00 und 16:00 - 18:30
MI 10:00 - 12:00 und 16:00 - 18:30
DO 10:00 - 12:00 und 16:00 - 18:30
FR 10:00 - 12:00 und 16:00 - 18:30

Uttenheim Grundschule
Mo 17:00 - 19:00
Mi 09:00 - 12:00
Fr 15:00 - 17:00

Fahrradverleih
Rainer Bike Center
Talfriedenstrasse, 12 - Gais
Tel. 0474 504526

Feuerwehr
Gais Tel. 0474 504269
Uttenheim Tel. 0474 597150
Nationale Notrufzentrale 118

Friseursalon
Salon Lydia, Talfriedenstr. 1, Gais
Tel. 0474 504165

Fundbüro
Tourismusverein Gais
Tel. 0474 504220
Gemeindeamt Gais
Tel. 0474 504127

Kinderspielplatz
Spiel- und Erholungspark im Dorfzentrum von Gais
Kleiner Spielplatz beim Vereinshaus von Uttenheim

Krankenhaus
Krankenhaus Bruneck
Tel. 0474 581 111
Nationaler Notruf 118

Märkte
Bruneck
jeden Mittwoch von 8 bis 14 Uhr beim Busbahnhof
Al Plan/St. Vigil in Enneberg
jeden ersten Monats-Donnerstag und am 21 September
Olang
jeden Freitag von März bis Dezember
Welsberg
jeden Mittwoch vom 1.Juli bis zum 15. September
Antholz-Mittertal
jeden 4 Donnerstag des Monats von 8 bis 14 Uhr
Stegener Markt
Größter und bekanntester Markt Tirols, vom 26.bis 28. Oktober
Bauernmarkt in Pfalzen
abends am 12.07, 26.07, 09.08, 16.08, 23.08, 30.08, ab 19 Uhr und am 19.09 vormittags ab 10 Uhr

Katholische Gottesdienste
Pfarrkirche Gais Sa 18 Uhr und So 10:15 Uhr
Pfarrkirche Uttenheim Sa 17 Uhr und So 09 Uhr

Pilzesammeln
Die Pilzesammel-Genehmigung wird im Tourismusbüro Gais ausgestellt. Tel. 0474 504220

Polizei
Station Bruneck Tel. 112 - Straßenpolizei Tel. 113

Post - Telegrafenamt
Geöffnet MO-FR 08 bis 14 Uhr - SA 08 bis 12 Uhr
Tel. 0474 504116

Taxi
SüdCab Taxi-Zentrale
Tel. 0474 530530

Wetterbericht
3-Tagesprognose im Tourismusbüro Gais erhältlich
siehe link

Bus/Zug Fahrpläne - Telefonauskunft
Tourismusbüro Gais
Tel. 0474 504220
Internationale Telefonnummern im Internet
Zug-Fahrtplan im Internet
Bus-Fahrtplan
 
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